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Grundlagen der Parfümerie

Warum rieche ich meinen eigenen Duft nicht, aber den von anderen?

Wenn du deinen eigenen Duft nicht riechst, aber den der anderen, keine Sorge, dein Parfüm ist nicht plötzlich "verflogen", sondern dein Gehirn hat beschlossen, es zu ignorieren, weil es ihn bereits kennt. Dieses Phänomen, olfaktorische Ermüdung, tritt auf, wenn wir einem Geruch lange genug ausgesetzt sind, sodass er keine neuen Informationen mehr liefert. Die gute Nachricht: Du kannst sie reduzieren und deine Parfums mehr genießen.

Was ist olfaktorische Ermüdung und wie kann man sie vermeiden?

Was ist olfaktorische Ermüdung und wie kann man sie vermeiden?

Der Parfümeur Ramón Monegal erklärt es so: „Der Geruch existiert, weil er Informationen übermittelt. Es ist das große Wunder der Natur.“ Die Nase funktioniert aus Neugier, und „wenn sie gesättigt ist, schaltet sie ab“, warnt er.

Deshalb nehmen wir einen neuen Duft intensiver wahr. „Wenn wir diesen Duft eine Zeit lang tragen, langweilt sich der Geruchssinn und du riechst ihn nicht mehr, während andere ihn noch wahrnehmen. Und selbst wenn du mehr aufträgst, riechst du ihn weiterhin nicht“, erklärt er. Sein Rat ist einfach: Parfums abwechseln, um diese Gewöhnung zu vermeiden.

Dies tritt auch auf, wenn man mehrere Düfte hintereinander ausprobiert, ein Phänomen, das der olfaktorischen Sättigung ähnelt. Es wird oft wie Ermüdung wahrgenommen, weil das Ergebnis dasselbe ist: Wir hören auf, klar zu riechen. Seine Empfehlung? Ausruhen und nach draußen gehen. „Kaffeebohnen riechen bringt nichts, man muss die Nase lüften“, präzisiert er.

Das Parfum ist heute Teil des Bildes, das wir projizieren. So wie du dein Make-up oder deine Kleidung wechselst, kann sich auch dein „olfaktorisches Image“ verändern.

"Kaffeebohnen zu riechen nützt nichts, es beseitigt keine Gerüche. Wenn du gesättigt bist, musst du deine Nase lüften und nach einer Weile wieder riechen", erklärt der Parfümeur Ramón Monegal.

Wie man Parfums wie ein Profi testet
Wie man Parfums wie ein Profi testet

Wie man Parfums wie ein Profi testet

Parfümeure trainieren ihre Nase jahrelang, um olfaktorische Ermüdung zu vermeiden, aber du kannst mit diesen Schritten beginnen:

1. Verwende Mouillette (Duftstreifen aus Löschpapier), um die Entwicklung des Duftes wahrzunehmen.
2. Atme in kleinen und kurzen Zügen ein, nicht tief.
3. Mache Pausen zwischen den Tests, indem du lüftest oder nach draußen gehst (kein Kaffee!).

Wusstest du, dass Parfümeure die olfaktorische Ermüdung genau nutzen, um die Nuancen besser zu erkennen, die sehr ähnliche Düfte unterscheiden? Sie sättigen die Nase mit einem Duft und riechen dann einen ähnlichen, um die neuen Nuancen besser zu erkennen und sie zu vergleichen.

Wie man eine Mouillette richtig riecht:
1. Halte den Streifen einige Zentimeter von der Nase entfernt (nicht zu nah). 2. Rieche mehrmals über einige Minuten hinweg, um die Entwicklung wahrzunehmen. 3. Vermeide es, den getränkten Teil zu berühren.
Tipp: Probiere maximal drei bis fünf Parfums, um Überforderung zu vermeiden.

Wie vermeidet man olfaktorische Ermüdung im Alltag?

Genieße deine Düfte, ohne in die Falle zu tappen zu denken, dass sie "nicht lange halten":

1. Missbrauche das Parfüm nicht.
Mehr aufzutragen lässt dich es nicht stärker riechen; es beschleunigt nur die Sättigung.

2. Wechsle die Düfte ab
Wechsle deine Parfüms (zum Beispiel eines für den Alltag, eines für die Nacht, eines für das Wochenende), damit sich das Gehirn nicht immer an dasselbe olfaktorische Muster gewöhnt.

3. Kombiniere Haut und Stoff
Auf der Haut entwickelt sich das Parfüm stärker; auf der Kleidung haften einige Moleküle besser und projizieren mehr.

4. Trage nicht zwanghaft nach
Wenn du es nicht riechst, tun es andere. Trage nur nach, wenn du es wirklich brauchst.

5. Deine Umgebung
Lufterfrischer, Kerzen oder sehr intensive Weichspüler sättigen den Hintergrundgeruchssinn. Weniger Reize helfen dir, deine Parfüms mehr zu genießen.

Das nächste Mal, wenn du das Gefühl hast, dass dein Parfüm dich verlassen hat, gib nicht dem Duft oder deiner Haut die Schuld, sondern deinem Gehirn, das sich daran gewöhnt hat und neue Reize priorisiert.

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